Generative Aktion ausführen (Vorschau) – KI macht Workflow-Logik überflüssig

„Generative Aktion ausführen“ in Power Automate ist sinnvoll, wenn der Flow nicht starr immer dieselben Einzelschritte ausführen soll, sondern die KI je nach Eingabe selbst entscheidet, welche vorbereiteten Aktionen in welcher Reihenfolge nötig sind. Microsoft beschreibt generative Aktionen als KI-gestützte Aktionen, bei denen du nur die Absicht, Eingaben, Ausgaben und optional Leitlinien/Referenzdokumente definierst; die KI orchestriert dann die passenden Schritte zur Laufzeit. Aktuell ist das Ganze noch als Preview/Vorschau dokumentiert.

Wofür du die Aktion verwenden solltest

Gut ist sie für Fälle wie:

  • E-Mails oder Texte analysieren und danach passende Folgeaktionen auswählen
  • Freitext-Anfragen klassifizieren und dann z. B. Dataverse, Outlook, Teams oder Genehmigungen unterschiedlich ansteuern
  • flexible Prozesse, bei denen der genaue Pfad nicht immer gleich ist.
    Weniger geeignet ist sie für streng deterministische Abläufe, bei denen du jeden Schritt exakt kontrollieren musst. Dann sind klassische Aktionen, Bedingungen und Switch-Fälle meist robuster.

So funktioniert es praktisch

Es gibt im Grunde 2 Ebenen:

  1. Generative Aktion erstellen
    Im Cloud-Flow-Designer definierst du die generative Aktion selbst: Ziel, Eingaben, Ausgaben, erlaubte Aktionen/Connectoren, Regeln und ggf. Referenzquellen. Microsoft sagt, dass die KI daraus Vorschläge für Inputs, Outputs sowie passende Aktionen und Connectoren erzeugen kann.
  2. „Generative Aktion ausführen“ im Flow verwenden
    Danach nutzt du im eigentlichen Flow die Aktion „Ausführen einer generativen Aktion“. Laut Connector-Doku wählst du dabei den Namen der generativen Aktion aus und übergibst die Inputs als dynamische Werte; die Outputs kommen dynamisch zurück und können in den nächsten Schritten weiterverwendet werden.

Typischer Aufbau in einem Flow

Ein realistisches Muster sieht so aus:

Trigger
„Wenn eine neue E-Mail eintrifft“

Vorverarbeitung
Betreff, Body, Absender, Anhänge sammeln

Generative Aktion ausführen
Beispiel-Input:

  • EmailSubject
  • EmailBody
  • Sender
  • optional: Dokumentinhalt / Kundendaten / Regeln

Ergebnis verwenden
Die generative Aktion liefert z. B. zurück:

  • Kategorie = „Beschwerde“
  • Priorität = „Hoch“
  • Empfohlene Aktion = „Ticket anlegen + Team benachrichtigen“

Danach klassische Flow-Schritte

  • Dataverse-Zeile anlegen
  • Teams-Nachricht posten
  • Bestätigungs-E-Mail senden

Genau dafür ist die Aktion gedacht: KI entscheidet zuerst, klassische Flow-Logik setzt dann um.

Einfaches Beispiel

Stell dir vor, du bekommst Support-Mails.

Du baust eine generative Aktion mit dem Ziel:

„Analysiere eingehende Support-Anfragen, bestimme Kategorie, Dringlichkeit und nächste Bearbeitungsschritte.“

Inputs

  • Betreff
  • Mailtext
  • Kundennummer

Outputs

  • Kategorie
  • Priorität
  • EmpfohleneWeiterleitung
  • Antwortentwurf

Im Flow:

  1. Outlook-Trigger
  2. Generative Aktion ausführen
  3. Bedingung: Wenn Priorität = Hoch
  4. Dann Teams-Alarm + Ticket anlegen
  5. Sonst nur Ticket anlegen
  6. Optional Antwortentwurf per Outlook verschicken

Der Vorteil: Du musst nicht dutzende verschachtelte Bedingungen für jede Formulierung in einer Mail bauen.

Was du bei den Inputs beachten solltest

Microsoft nennt für Inputs eine Grenze von 2.500 Zeichen. Das heißt: Übergib nicht blind riesige Texte.

Sehr wichtige Praxisregel

Die generative Aktion ist kein Ersatz für saubere Flow-Logik. Nutze sie für:

  • Interpretation
  • Klassifikation
  • Entscheidungsunterstützung
  • flexible Orchestrierung

Nutze danach weiterhin normale Aktionen für:

  • Daten schreiben
  • Freigaben
  • Benachrichtigungen
  • Fehlerbehandlung
  • Compliance-kritische Entscheidungen
    Denn Microsoft weist auch auf Grenzen hin: Die generative Aktion kann nur mit den gegebenen Inputs, Referenzen und den definierten/authentifizierten Aktionen arbeiten.

Gute Einsatzmuster

Am sinnvollsten ist „Generative Aktion ausführen“, wenn du einen dieser Fälle hast:

1. Unstrukturierte Texte verstehen
z. B. E-Mails, Kommentare, Formulare, Notizen.

2. Flexible Prozesssteuerung
z. B. Anfrage bewerten und den passenden Bearbeitungspfad wählen.

3. Nächste Schritte vorschlagen lassen
z. B. „Soll ein Ticket erstellt, genehmigt oder an Vertrieb weitergegeben werden?“

Schlechte Einsatzmuster

Ungeeignet ist es eher für:

  • exakte Berechnungen
  • harte fachliche Regeln
  • revisionssichere Entscheidungen ohne Nachkontrolle
  • Prozesse, in denen jeder Schritt zu 100 % reproduzierbar sein muss
    Dafür sind klassische Bedingungen, Regeln, Expressions und Switches besser. Das ist die ehrliche Grenze der Funktion.

Technisch wichtig

Der zugehörige Connector dokumentiert die Aktion als „Ausführen einer generativen Aktion“. Dabei gibst du die generative Aktion an; die Inputs werden als item übergeben, und die Rückgaben sind dynamisch, siehe Screenshot:

Meine klare Empfehlung

Verwende „Generative Aktion ausführen“ dann, wenn du in Power Automate sonst anfangen würdest, unzählige If-/Switch-Konstrukte zu bauen, nur um menschliche Sprache oder uneinheitliche Eingaben auszuwerten.
Verwende sie nicht, wenn der Prozess eigentlich klar regelbasiert ist. Dann baust du dir mit KI nur zusätzliche Unsicherheit ein.

Ein gutes Muster ist also:

KI interpretiertklassischer Flow führt aus

Das ist meist die sauberste Nutzung.

Fazit: Generative Antworten haben den smarten und großen Vorteil, dass es zukünftig nicht erforderlich ist eine komplexe Logik erstellen zu müssen, sondern die KI interpretiert, ggf. angereichert mit zusätzlichem Wissen, erstellt Vorschläge und führt eigenständig Aktionen zuverlässig aus.

Leider, da ein Vorschau-Feature, hat die verbundene Wissensquelle keinerlei Einfluss auf das Ergebnis gehabt, diese wurde schlicht ignoriert.

Dennoch ein weiterer wichtiger Meilenschritt und Fortschritt, das Feature ist klasse!

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